Kategorie: Buchreview

  • Zwei Bücher zum Nachdenken

    Zwei Bücher zum Nachdenken

    Ich habe mir zwei Titel aus meiner 2022 Liste herausgesucht, die für mich eher in die Kategorie „Denkanstöße“ einzuordnen sind.
    Ich merke relativ schnell, wenn ein Buch etwas mit mir und meinen Gedanken macht. Ich muss dann meistens noch während des Lesens mit einer Person über das Buch reden. Mein Gehirn arbeitet und muss diese neuen Gedanken sofort einordnen.
    Diese Bücher sind also etwas für grübelnde Leute.

    A Psalm for the Wild Built

    A Psalm for the Wild Built

    Von Becky Chambers

    Ein Solarpunk Buch, welches sein Genre mit jeder Seite vertritt. Es geht um eine Person, die Teemönch werden und durch die Welt ziehen möchte. Das Besondere hier ist nicht die Handlung, sondern die Gedanken, Konversationen und die Welt. Dem Genre entsprechend, leben die Menschen hier mit ihrer Technologie in einem komplett nachhaltigen und ressourcenschonenden Umgang mit der Natur.

    It was a good computer, given to them on their sixteenth birthday, a customary coming-of-age gift. It had a cream-colored frame and a pleasingly crisp screen, and Dex had only needed to repair it five times in the years that it had traveled in their clothes. A reliable device built to last a lifetime, as all computers were.

    Außerdem geht es darum, dass selbst in einer perfekten Lebenssituation du nicht glücklich sein und etwas Neues beginnen darfst. Diese merkwürdige Situation, die ja meistens meiner Generation nachgesagt wird, bekommt hier durch Gespräche einen Fokus und wird analysiert. Es stellt sich heraus: Es ist völlig in Ordnung, Lebenszeit in dein Ziel zu stecken, es zu erreichen und dann trotzdem unglücklich zu sein. Es ist nicht das Ende der Welt und man fängt einfach wieder von vorne an. Niemand sollte darüber urteilen.

    The Anthropocene Reviewed

    The Anthropocene Reviewed

    Von John Green

    Ich habe ehrlich gesagt, mich vorher nicht so sehr mit dem Buch oder John Green beschäftigt. Ich kannte ihn nur als „den einen Bruder von vlogbrothers“. Den Kanal gucke ich aber auch seit 2010 oder so nicht mehr. Ich bin also ohne Erwartungen herangegangen und war komplett überrascht. Das Buch ist eine Ansammlung von Essays über die Dinge, die unser Leben und speziell dass des Autors so ausmachen. Es wird jedes Mal sehr philosophisch und gerne autobiografisch, aber nie langweilig. Es ist eines dieser Bücher, die wahrscheinlich nur die Corona-Pandemie hervorbringen konnte. Green driftet immer wieder in die Beschreibung seiner Depressionen ab und versucht sich selbst in dieser verrückten Welt einzuordnen. Da geht es einerseits um Krankheiten wie Krebs, aber auch um den Gedanken, was eigentlich Chancengleichheit bedeutet und versucht es anhand von Mario-Kart zu beschreiben.

    One of the strange things about adulthood is that you are your current self, but you are also all the selves you used to be, the ones you grew out of but can’t ever quite get rid of

    I know the world will survive us—and in some ways it will be more alive. More birdsong. More creatures roaming around. More plants cracking through our pavement, rewilding the planet we terraformed. I imagine coyotes sleeping in the ruins of the homes we built. I imagine our plastic still washing up on beaches hundreds of years after the last of us is gone. I imagine moths, having no artificial lights toward which to fly, turning back to the moon.

    Gleichzeitig kann es auch eine Quelle für unnötiges Partywissen sein und das beschreibt das Buch eigentlich ganz gut. Es hat seine witzigen, lehrreichen, aber auch unendlich traurigen und nachdenklichen Momente.

    Fediverse-Reaktionen
  • How to Avoid a Climate Disaster & Factfulness

    How to Avoid a Climate Disaster & Factfulness

    Es war eine gute Entscheidung erst „How to Avoid a Climate Disaster“ von Bill Gates und dann „Factfulness“ von Hans Rosling zu lesen. Die Bücher bauen natürlich nicht aufeinander auf, doch ergänzen sie sich in ihren Ideen.

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  • Save It for Later – Nate Powell

    Save It for Later – Nate Powell

    Habe ich Leuten eigentlich schon mal eine Graphic Novel empfohlen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Spätestens jetzt ist es dringend nötig!

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  • Der praktizierende Stoiker – Ward Farnsworth

    Der praktizierende Stoiker – Ward Farnsworth

    Ein Buch, welches ich sicherlich noch mehrmals im Leben herausholen werde, um darin zu blättern (dafür ist es auch gemacht). Beim Lesen war ich erstaunt, wie sich die Gedanken der Menschen zu sich und ihrer Umwelt in den letzten 2000 Jahren kein Stück verändert haben. Ein Glück, denn somit sind die Gedanken der Leute, die Farnsworth zitiert, mehr als aktuell.

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  • Busy Doing Nothing – Rekka Bellum & Devine Lu Linvega

    Ein Logbuch von zwei Leuten, die eine lange Reise von Japan nach Kanada mit einem Segelboot antreten. Nicht mehr und nicht weniger. Aber das ist auch gut, denn so erleben wir quasi jeden Tag mit und erfahren von Gedanken, Ängsten und Alltag. Gegen Ende wird alles etwas hektisch und bekommt Lücken, denn die beiden sind körperlich und seelisch ziemlich strapaziert. Aber wer mag es Ihnen verdenken?

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  • Der Bücherdrache – Walter Moers

    Der Bücherdrache

    Von Walter Moers

    Mein erstes Buch von Walter Moers war „Rumo & Die Wunder im Dunkeln“. Kurz darauf folgten „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“. Zamonien, die Welt die Moers erschaffen hatte, die Figuren… all das hat mich einfach umgehauen. So viel Liebe zum Detail, so viel Wortwitz. Auch das sehr auf Literatur fokussierte „Die Stadt der Träumenden Bücher“ fand ich wunderbar. Doch dann ging es irgendwie bergab.

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  • Project Hail Mary – Andy Weir

    Kurz vorweg: Ich habe dem Buch eine volle Punktzahl gegeben. Lest dieses Buch. Es ist sehr gut. Ich habe trotzdem etwas zu kritisieren. Spoileralert!

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  • The Calculating Stars: A Lady Astronaut Novel – Mary Robinette Kowal

    The Calculating Stars

    Von Mary Robinette Kowal

    Irgendwie habe ich eine Schwäche für alternative History. „Was, wenn damals X statt Y passiert wäre?“.
    Kowal leitet die 1950er mit einem Meteoriteneinschlag ein und beschleunigt das Raumfahrtprogramm der USA und der ganzen Welt um ganze 10 Jahre mit einem Fokus auf Kolonien im Weltraum.

    Wir erleben hier den Werdegang einer Frau, die sich in einer von Männern dominierten NACA beweisen muss.
    Gerade als Mann ist es interessant, über die inneren Monologe der Protagonistin und die Beziehungen der Frauen innerhalb der Agentur, den strukturellen Sexismus und Rassismus der damaligen und natürlich auch heutigen Zeit zu erfahren.
    Ich will eigentlich nicht zu viel verraten. Tolle Charaktere, spannende Geschichte und sicherlich noch interessanter für Leute, die sich mit Militärgeschichte auskennen.

  • Die Trisolaris Trilogie

    Die Trisolaris Trilogie

    2021 startete ich mit dem Vorsatz, wieder mehr zu lesen. Ich fragte also rum, was so empfohlen wird und mir wurde „Die drei Sonnen (Remembrance of Earth’s Past)“ ans Herz gelegt.

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  • The Design of Everyday Things – Donald A. Norman

    The Design of Everyday Things

    Von Don Norman

    Vieles in diesem Buch war mir nicht neu. Trotzdem ist es gut Wissen aufzufrischen und nochmal in Erinnerung zu rufen. Mein Studium ist dann doch schon länger her.
    Interessant war insbesondere der Part, wo auf die Realität eingegangen wird. Im Arbeitsalltag sind ja nun mal nicht die Designer:innen die angebeteten Rockstars sondern arbeiten in Teams in Unternehmen. Hier punktet das Buch mit Gedanken und Erklärungen.
    Leider überhäuft der Autor einen manchmal mit Beispielen. Ich habe mich oft dabei ertappt „Ja, ist gut jetzt“ zu denken und ein wenig zu skippen.
    Außerdem ist die Verarbeitung und Typografie dieser Ausgabe wirklich schlecht gewesen. Meine Hände wurden immer trocken (was ist das für Papier?) und von einem Satzspiegel hat scheinbar auch niemand etwas in dem Verlag gehört.