Kategorie: Buchreview

  • Picknick an der Datenautobahn

    Diese Woche wurde ich von einer ungewöhnlichen Welle an Anfragen an meinen Server überrascht. Erst dachte ich, dass ich irgendetwas falsch konfiguriert haben könnte, aber nach einem Gespräch mit dem Support von Uberspace war klar, dass mein WordPress Multisite-Setup mit dieser Seite Gefährliches Halbwissen und Um‘ Pudding bombardiert und somit überlastet wird. Als einfacher User eines Shared Hosting Dienstes kann man wenig dagegen tun, außer zu versuchen herauszufinden, was passiert und zugucken, wie die Seite auseinandergenommen wird. Witzigerweise musste ich dabei an ein Buch denken, welches ich 2017 gelesen habe.

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    Fediverse-Reaktionen
  • Meer, Moos und Wald

    Drei Bücher picke ich heute für euch aus meiner 2023 Leseliste heraus, die scheinbar zufällig darauf gelandet sind, aber dann doch mein größeres Interesse an Naturthemen in diesem Jahr unterstreicht. Es geht um Gathering Moss, Wenn Haie Leuchten und Walden.

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  • Bücher für UX-Designer: Meine persönliche Auswahl zur Inspiration und Weiterbildung

    Bücher für UX-Designer: Meine persönliche Auswahl zur Inspiration und Weiterbildung

    In diesem und im vergangenen Jahr habe ich mich entschlossen, eine Art „Methodenüberprüfung“ zu den Themen Mensch-Maschine-Interaktion, User Experience Design und Produktdesign im Allgemeinen durchzuführen.

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  • Lore Olympus #1 – Rachel Smythe

    Lore Olympus - Teil 1

    Lore Olympus – Teil 1

    Von Rachel Smythe

    Irgendwie hatte ich gehört, dass griechische Mythologie gerade der heiße Scheiß ist und las Circe. Dann wollte ich mehr und sah, dass diese Graphic Novel (ja ja, eigentlich ein Webcomic, aber was solls) den Award von Goodreads gewonnen hatte.

    Es geht um die Sage von Persephone und Hades, die hier natürlich auf eine moderne Art nacherzählt wird. Der Stil ist manchen wahrscheinlich einfach zu quietschig und „girly“. Wahrscheinlich rettet das sehr gute Vorbild die Story und der Stil tut dann sein übriges.

    Ich freue mich auf die nächsten Teile.

    Meine Bewertung: ★★★★☆

  • Johnny Cash – Reinhard Kleist

    Ich kann eigentlich nichts mit Johnny Cash anfangen. Niemand in meiner Familie hörte ihn und wahrscheinlich kennt meine Generation ihn nur durch sein großartiges Cover von Nine Inch Nails‘ Hurt.

    Kleist schafft es aber, mir die Person Cash und seine Biografie näherzubringen. Wie so oft ist bei herausragenden Künstler:innen auch eine tragische Geschichte dahinter. Nebenbei verweben sich seine Songs mit der Geschichte und man sollte definitiv sich vor dem Lesen ein bisschen länger mit den Songs von Cash beschäftigen.

    Meine Bewertung: ★★★★☆

  • The Will to Change – Bell Hooks

    Ich möchte, dass alle Menschen dieses Buch lesen. Ich habe noch nie so viel über die Probleme in der Liebe und im zwischenmenschlichen wegen des Patriarchats gelernt, wie mit diesem Buch.
    Ich möchte gar nicht so viel selbst schreiben. Daher ein paar Zitate

    To create loving men, we must love males. Loving maleness is different from praising and rewarding males for living up to sexist-defined notions of male identity. Caring about men because of what they do for us is not the same as loving males for simply being. When we love maleness, we extend our love whether males are performing or not. Performance is different from simply being. In patriarchal culture males are not allowed simply to be who they are and to glory in their unique identity. Their value is always determined by what they do. In an anti-patriarchal culture males do not have to prove their value and worth. They know from birth that simply being gives them value, the right to be cherished and loved.

    Bell Hooks

    Patriarchy demands of men that they become and remain emotional cripples. Since it is a system that denies men full access to their freedom of will, it is difficult for any man of any class to rebel against patriarchy, to be disloyal to the patriarchal parent, be that parent female or male.

    Bell Hooks

    Meine Bewertung: ★★★★★

  • A Prayer for the Crown-Shy – Becky Chambers

    Der zweite Band (den ersten habe ich in einem anderen Post besprochen) hat die undankbare Aufgabe, inhaltlich mehr zu liefern, als der Erste. Das Worldbuilding ist getan. Jetzt lernen wir die Protagonisten besser kennen.

    Es wird auf die gesellschaftliche Struktur und den Beziehungen der Personen von Panga eingegangen. Es ist ziemlich einfach, die Parallelen und Metaphern zu unserer Welt zu schließen und vielleicht ist das auch eine der Stärken dieser Buchreihe. Hier sprechen Leute zu uns, die zwar in einer augenscheinlich perfekten Welt leben, aber dennoch ihre Probleme mit der Welt haben.

    Ich bin sehr gespannt auf den dritten Teil, denn wie (meiner Meinung nach) alle Bücher in einer Trilogie, endet auch diese Geschichte sehr abrupt.

    Meine Bewertung: ★★★★☆

  • Circe – Madeline Miller

    Die Geschichte von der Hexe Circe ist ein Flickenteppich aus diversen griechischen Mythologien. Irgendwie hat man manche Sachen schon mal gehört, manche Charaktere kommen bekannt vor. Es ist daher laut Florenz relativ einfach, sich selbst zu spoilern. In meinem Fall wurde ich von einer etwas älteren Magic Karte gespoilert.

    Was soll man sagen? Die Geschichte ist spannend und macht Lust, noch mehr Bücher über die Mythologie zu lesen. Scheinbar gibt es da sowieso einen Hype.

    Meine Bewertung: ★★★★☆

  • Citizens – Jon Alexander

    „We are made to feel naive, looked upon as idealists and pointless dreamers.“

    Jon Alexander

    Viel zu oft bin ich genau in diese Situation geraten, wenn ich versucht habe, meine Gedanken zum aktuellen Weltgeschehen zu teilen. Dieses Buch spricht mir aus der Seele und macht Mut. Definitiv der Gegenentwurf zu „Menschen sind nicht vernünftig und sich selbst am nächsten“.

    In diesem Buch beschreibt der Autor, wie Firmen, Staaten und schlussendlich auch Menschen innerhalb des Kapitalismus eine Existenzform erreichen, die besser für den Planeten und der Gesellschaft ist. Wir müssen weg von einer Gesellschaft, die sich als Konsumenten sieht, zu einer Gesellschaft der Bürger. Wir sind alle gemeinsam auf diesen Planeten und sollten solidarisch mit unseren Nachbarn sein.

    An dieser Stelle möchte ich auf das detaillierte Review von Steffen Voß verlinken, welches mich auch dazu gebracht hat, das Buch zu lesen. Außerdem solltet ihr auch in das Buch von Dirk Steffens hineinschauen, um mehr darüber zu erfahren, in welche Richtung sich unsere Gesellschaft ändern sollte. Das ist auch schon meine einzige Kritik an dem Buch. Es wird sicherlich keine Zweifler überzeugen und es ist in Teilen eine große Werbeplattform für Alexanders eigene Agentur.

    Doch die faszinierende Erkenntnis: Wir sind in vielen Teilen schon fast da. Wir müssen nicht alles auf den Kopf stellen und keine der Ideen ist Utopie.

    Meine Bewertung: ★★★★☆

  • Lovecraft Country – Matt Ruff

    Ich wollte dieses Buch lesen, bevor ich mir die Serie anschaue. Ich beschäftige mich schon länger mit Lovecraft als Rassisten und bekam durch dieses Buch noch einmal weitere Eindrücke, wie die klassische Science Fiction aus der Sicht von POC gesehen wird.
    Hier ist auch schon mein großes Problem mit dem Buch. Ruff ist weiß und schreibt aus der Sicht einer schwarzen Familie eine Geschichte in der Jim Crow Zeit. Dadurch eignet er sich eine bestimmte Wortwahl aus der Zeit an, oder benutzt Wörter, die er eigentlich nicht nutzen sollte. Ich fühlte mich konstant unwohl und suchte sogar nebenbei auf Reddit nach Meinungen von POC. Immerhin war laut Reddit alles sehr realistisch erzählt.
    Das Buch selber würde ich nicht unbedingt als Lovecraft Horror bezeichnen. Es erscheint mir dafür zu zahm und dafür sind die episodischen Kapitel zu kurz. Hier merkt man, dass das Buch eher ein Pitch für die Serie war. Trotzdem werden gegen Ende alle offenen Enden in ein zufriedenstellendes Finale zusammengeführt.

    Spoiler: Am Ende kann eine Person sich bei Bedarf in eine weiße Frau verwandeln, um sich somit Türen für ein besseres Leben öffnen. Slowclap für diese fragwürdige Entscheidung vom Autor.

    Meine Bewertung: ★★★☆☆