Kategorie: Buchreview

  • Circe – Madeline Miller

    Circe

    Circe

    Von Madeline Miller

    Die Geschichte von der Hexe Circe ist ein Flickenteppich aus diversen griechischen Mythologien. Irgendwie hat man manche Sachen schon mal gehört, manche Charaktere kommen bekannt vor. Es ist daher laut Florenz relativ einfach, sich selbst zu spoilern. In meinem Fall wurde ich von einer etwas älteren Magic Karte gespoilert.

    Was soll man sagen? Die Geschichte ist spannend und macht Lust, noch mehr Bücher über die Mythologie zu lesen. Scheinbar gibt es da sowieso einen Hype.

    Meine Bewertung: ★★★★☆

  • Citizens – Jon Alexander

    Citizens

    Citizens

    Von Jon Alexander

    „We are made to feel naive, looked upon as idealists and pointless dreamers.“

    Jon Alexander

    Viel zu oft bin ich genau in diese Situation geraten, wenn ich versucht habe, meine Gedanken zum aktuellen Weltgeschehen zu teilen. Dieses Buch spricht mir aus der Seele und macht Mut. Definitiv der Gegenentwurf zu „Menschen sind nicht vernünftig und sich selbst am nächsten“.

    In diesem Buch beschreibt der Autor, wie Firmen, Staaten und schlussendlich auch Menschen innerhalb des Kapitalismus eine Existenzform erreichen, die besser für den Planeten und der Gesellschaft ist. Wir müssen weg von einer Gesellschaft, die sich als Konsumenten sieht, zu einer Gesellschaft der Bürger. Wir sind alle gemeinsam auf diesen Planeten und sollten solidarisch mit unseren Nachbarn sein.

    An dieser Stelle möchte ich auf das detaillierte Review von Steffen Voß verlinken, welches mich auch dazu gebracht hat, das Buch zu lesen. Außerdem solltet ihr auch in das Buch von Dirk Steffens hineinschauen, um mehr darüber zu erfahren, in welche Richtung sich unsere Gesellschaft ändern sollte. Das ist auch schon meine einzige Kritik an dem Buch. Es wird sicherlich keine Zweifler überzeugen und es ist in Teilen eine große Werbeplattform für Alexanders eigene Agentur.

    Doch die faszinierende Erkenntnis: Wir sind in vielen Teilen schon fast da. Wir müssen nicht alles auf den Kopf stellen und keine der Ideen ist Utopie.

    Meine Bewertung: ★★★★☆

  • Lovecraft Country – Matt Ruff

    Lovecraft Country

    Lovecraft Country

    Von Matt Ruff

    Ich wollte dieses Buch lesen, bevor ich mir die Serie anschaue. Ich beschäftige mich schon länger mit Lovecraft als Rassisten und bekam durch dieses Buch noch einmal weitere Eindrücke, wie die klassische Science Fiction aus der Sicht von POC gesehen wird.
    Hier ist auch schon mein großes Problem mit dem Buch. Ruff ist weiß und schreibt aus der Sicht einer schwarzen Familie eine Geschichte in der Jim Crow Zeit. Dadurch eignet er sich eine bestimmte Wortwahl aus der Zeit an, oder benutzt Wörter, die er eigentlich nicht nutzen sollte. Ich fühlte mich konstant unwohl und suchte sogar nebenbei auf Reddit nach Meinungen von POC. Immerhin war laut Reddit alles sehr realistisch erzählt.
    Das Buch selber würde ich nicht unbedingt als Lovecraft Horror bezeichnen. Es erscheint mir dafür zu zahm und dafür sind die episodischen Kapitel zu kurz. Hier merkt man, dass das Buch eher ein Pitch für die Serie war. Trotzdem werden gegen Ende alle offenen Enden in ein zufriedenstellendes Finale zusammengeführt.

    Spoiler: Am Ende kann eine Person sich bei Bedarf in eine weiße Frau verwandeln, um sich somit Türen für ein besseres Leben öffnen. Slowclap für diese fragwürdige Entscheidung vom Autor.

    Meine Bewertung: ★★★☆☆

  • Zamonien – Walter Moers & Anja Dollinger

    Zamonien

    Zamonien

    Von Anja Dollinger & Walter Moers

    Es gibt Leute, die bei der Frage „Wer sind denn so deine Lieblingsautor:innen“ mit „Kennst du Walter Moers?“ antworten. Meist wird darauf „Ach, der hat doch Das kleine Arschloch geschrieben“ erwidert.
    Natürlich muss man als Moers Fan dann mit den Augen drehen und einen TED-Talk über Zamonien abhalten.

    Leider war es bisher relativ schwer alle Informationen irgendwie in seinem Kopf zusammenzuhalten, denn manche Bücher hat man zwar im Regal, aber auch schon seit Jahren nicht mehr reingeguckt. Das hat sich Moers wahrscheinlich auch gedacht und zusammen mit Dr. Anja Dollinger ein komplettes Lexikon über einfach alles aus Zamonien geschrieben.

    Natürlich kann man das Buch einfach durchblättern. Ich habe aber wirklich alles von A bis Z durchgelesen und viel gelacht. Manches hat man einfach vergessen und die Illustrationen und das Layout sind wirklich toll.
    Eine Empfehlung!

    Meine Bewertung: ★★★★★

  • The Dream Machine – M. Mitchell Waldrop

    The Dream Machine

    Von M. Mitchell Waldrop

    Ein Buch, welches die Geschichte der ersten Computer bis zur Entstehung des Macintosh und des Internets abdeckt. Lickliders Leben wird hier eher als Rahmen benutzt, obwohl er einige wichtige Positionen und Rollen in der Entwicklung der Computer hatte.

    Für Leute, die noch keine Ahnung von der Geschichte der Personal Computer und der Entstehungsgeschichte des Internets haben, ist dieses Buch wirklich perfekt. Vielleicht ist der Detailgrad etwas zu hoch, denn es wird wirklich auf die kleinsten Details eingegangen. Das ist zwar selbst für Leute wie mich, die im Studium viel mit der Thematik zu tun hatten, interessant, aber es ist natürlich nicht sonderlich spannend.
    Außerdem wird am Ende sehr detailliert auf die frustrierende Rolle von Xerox und Apple bezüglich der ersten grafischen User Interfaces eingegangen, was das Buch dann doch in die Länge zieht.

    Das liest sich jetzt wahrscheinlich abschreckend, allerdings ist dieses Buch eine sehr gute Quelle, wenn man mehr über Interfaces und ihre Entstehungsgeschichte lernen möchte.

    Meine Bewertung: ★★★★☆

  • Lagoon – Nnedi Okorafor

    Lagoon

    Lagoon

    Von Nnedi Okorafor

    Ich möchte inhaltlich nicht so viel sagen, nur dass man sich als Europäer darauf einstellen muss, vieles nachzuschlagen. Es gibt zwar ein Glossar mit Erklärungen, aber etwas Wissen über die Mythologie wird vorausgesetzt. Daher öffnete dieses Buch mir ein paar kulturelle Türen, worüber ich froh bin.
    Die Autorin springt relativ häufig in kurzen Kapiteln zwischen verschiedenen Figuren hin und her. Dadurch entsteht keine große Bindung zu den Figuren, allerdings wird einem somit Lagos näher gebracht.
    Ansonsten: Spannende Sci-Fi Story, mit etwas mehr Fokus auf Fiktion und einer Stadt als Protagonistin.

    Meine Bewertung: ★★★★☆

  • Ada und die Algorithmen – Stefan Buijsman

    Ada und die Algorithmen

    Ada und die Algorithmen

    Von Stefan Buijsman

    Man bekommt ein gutes Verständnis davon, wie das heutige maschinelle Lernen funktioniert, wo die Ursprünge liegen, was gut funktioniert und was eher nicht. Im Buch sind QR-Codes verteilt, hinter denen Beispiele oder Programme zum selbst ausprobieren sind.
    Das deutsche Layout ist schlecht, da sich im Text auf Grafiken bezogen werden, die manchmal erst Seiten später kommen. Bewerte ich hier aber nicht.

    Meine Bewertung: ★★★★☆

  • Blockchain Chicken Farm – Xiaowei Wang

    Blockchain Chicken Farm

    Blockchain Chicken Farm

    Von Xiaowei Wang

    Beim Lesen hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass das Buch als Dokumentation für einen Streaminganbieter mir viel mehr gegeben hätte. Obwohl die Beschreibungen der verschiedenen Orte, die besucht werden, sehr gut sind, will ich die ganze Zeit mehr sehen.
    Das ländliche China ist wahrscheinlich hier in Deutschland nur ein Mythos und wie bei vielen Mythen entspringt auch sehr viel der Fantasie. Dieses Buch zeigt anhand von Beispielen, wie die Dörfer vom Staat oder vielmehr den Konzernen ans Internet angeschlossen werden und was das für sie bedeutet.
    Es sind viele Interviews mit verschiedenen Personen und eigene Erzählungen von Xiaowei Wang, die versuchen, mit dem Mythos aufzuräumen.
    Gleichzeitig wird immer wieder mit einem vergleichenden Schwenk zu den USA die Beziehung beider Länder zueinander beleuchtet.
    Mir hat es sehr gut gefallen, da mir wieder selber bewusst wurde, wie viel mein Wissen über China eher auf Mythen basiert und ich unbedingt nacharbeiten muss.

    Meine Wertung: ★★★★☆

  • Zwei Bücher zum Nachdenken

    Zwei Bücher zum Nachdenken

    Ich habe mir zwei Titel aus meiner 2022 Liste herausgesucht, die für mich eher in die Kategorie „Denkanstöße“ einzuordnen sind.
    Ich merke relativ schnell, wenn ein Buch etwas mit mir und meinen Gedanken macht. Ich muss dann meistens noch während des Lesens mit einer Person über das Buch reden. Mein Gehirn arbeitet und muss diese neuen Gedanken sofort einordnen.
    Diese Bücher sind also etwas für grübelnde Leute.

    A Psalm for the Wild Built

    A Psalm for the Wild Built

    Von Becky Chambers

    Ein Solarpunk Buch, welches sein Genre mit jeder Seite vertritt. Es geht um eine Person, die Teemönch werden und durch die Welt ziehen möchte. Das Besondere hier ist nicht die Handlung, sondern die Gedanken, Konversationen und die Welt. Dem Genre entsprechend, leben die Menschen hier mit ihrer Technologie in einem komplett nachhaltigen und ressourcenschonenden Umgang mit der Natur.

    It was a good computer, given to them on their sixteenth birthday, a customary coming-of-age gift. It had a cream-colored frame and a pleasingly crisp screen, and Dex had only needed to repair it five times in the years that it had traveled in their clothes. A reliable device built to last a lifetime, as all computers were.

    Außerdem geht es darum, dass selbst in einer perfekten Lebenssituation du nicht glücklich sein und etwas Neues beginnen darfst. Diese merkwürdige Situation, die ja meistens meiner Generation nachgesagt wird, bekommt hier durch Gespräche einen Fokus und wird analysiert. Es stellt sich heraus: Es ist völlig in Ordnung, Lebenszeit in dein Ziel zu stecken, es zu erreichen und dann trotzdem unglücklich zu sein. Es ist nicht das Ende der Welt und man fängt einfach wieder von vorne an. Niemand sollte darüber urteilen.

    The Anthropocene Reviewed

    The Anthropocene Reviewed

    Von John Green

    Ich habe ehrlich gesagt, mich vorher nicht so sehr mit dem Buch oder John Green beschäftigt. Ich kannte ihn nur als „den einen Bruder von vlogbrothers“. Den Kanal gucke ich aber auch seit 2010 oder so nicht mehr. Ich bin also ohne Erwartungen herangegangen und war komplett überrascht. Das Buch ist eine Ansammlung von Essays über die Dinge, die unser Leben und speziell dass des Autors so ausmachen. Es wird jedes Mal sehr philosophisch und gerne autobiografisch, aber nie langweilig. Es ist eines dieser Bücher, die wahrscheinlich nur die Corona-Pandemie hervorbringen konnte. Green driftet immer wieder in die Beschreibung seiner Depressionen ab und versucht sich selbst in dieser verrückten Welt einzuordnen. Da geht es einerseits um Krankheiten wie Krebs, aber auch um den Gedanken, was eigentlich Chancengleichheit bedeutet und versucht es anhand von Mario-Kart zu beschreiben.

    One of the strange things about adulthood is that you are your current self, but you are also all the selves you used to be, the ones you grew out of but can’t ever quite get rid of

    I know the world will survive us—and in some ways it will be more alive. More birdsong. More creatures roaming around. More plants cracking through our pavement, rewilding the planet we terraformed. I imagine coyotes sleeping in the ruins of the homes we built. I imagine our plastic still washing up on beaches hundreds of years after the last of us is gone. I imagine moths, having no artificial lights toward which to fly, turning back to the moon.

    Gleichzeitig kann es auch eine Quelle für unnötiges Partywissen sein und das beschreibt das Buch eigentlich ganz gut. Es hat seine witzigen, lehrreichen, aber auch unendlich traurigen und nachdenklichen Momente.

  • How to Avoid a Climate Disaster & Factfulness

    How to Avoid a Climate Disaster & Factfulness

    Es war eine gute Entscheidung erst „How to Avoid a Climate Disaster“ von Bill Gates und dann „Factfulness“ von Hans Rosling zu lesen. Die Bücher bauen natürlich nicht aufeinander auf, doch ergänzen sie sich in ihren Ideen.

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