Der Bücherdrache – Walter Moers

Mein erstes Buch von Walter Moers war „Rumo & Die Wunder im Dunkeln“. Kurz darauf folgten „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“. Zamonien, die Welt die Moers erschaffen hatte, die Figuren… all das hat mich einfach umgehauen. So viel Liebe zum Detail, so viel Wortwitz. Auch das sehr auf Literatur fokussierte „Die Stadt der Träumenden Bücher“ fand ich wunderbar. Doch dann ging es irgendwie bergab.

Die weiteren Bücher wurden sehr inhaltslos und langweilig. „Prinzessin Insomnia und der albtraumfarbende Nachtmahr“ habe ich irgendwann beiseite gelegt. Schade.

Daher war ich sehr skeptisch, als ich im Regal diese Buch gesehen habe. „Ach ein neuer Moers? Naja… oh nur fast 200 Seiten? Was ist da los?“.
Ich kaufte einfach, weil dieses Buch schnell vorüberziehen würde falls es sich als Enttäuschung entpuppt. Aber was soll ich sagen? Ich war überrascht.

Da war er wieder, dieser alte Funke und der schräge Humor, der mich eine Bindung zu den Figuren aufbauen lässt. Illustrationen, Comics… alles so kreativ.
Es scheint mir so, als wäre dieses Buch eine kleine Übung von Moers gewesen. Keine gigantische Geschichte, keine Trilogie. Einfach nur eine gute Geschichte.

Ab hier kleine Spoiler

Ehrlich gesagt, sah ich oft Moers selber als den Drachen an, der mit den Leser:innen in den Dialog treten will. Besonders die Passage, wo der Drache das Leben als Schriftsteller:in kritisiert und gleich alle Leute mit diesem Beruf als verrückt abtut.

"Viel häufiger sind sie irritiert. Bestürzt oder Beleidigt! Oder Verängstigt! Angst vor dem leeren Blatt Papier! Angst vor dem vollen Blatt Papier! […] Angst vor den Rezensionen. Angst vor keinen Rezensionen! Angst, Angst, Angst.
Zitat aus "Der Bücherdrache"

Vielleicht interpretiere ich hier zu viel rein, aber Moers hat sich hier einmal Luft verschafft und ist nun eventuell bereit für etwas Neues.
Super Buch. Gerne weiter so!


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