Hosten mit Yunohost im Abstellraum

Das hier ist wahrscheinlich so ein Post, bei dem Sysadmins die Hände über den Kopf zusammenschlagen und andere Leute nichts verstehen. Wenn ihr in der Mitte der beiden Parteien steht, geht das hier raus an euch!

Nach meinem letzten Raspberry Pi Experiment, lockte mich ein neuer Einsatzzweck. Wie wäre es denn, wenn ich einen echten Server im Abstellraum hätte, der für mich ein paar Dinge hostet? Das Problem: Ich kenn’ mich nicht mit Serverkram aus. Aber dafür gibt es natürlich eine Lösung.

Logo von Yunohost

Die Idee von Yunohost ist, dass man sich einfach ein Betriebssystem auf seinem Raspberry installiert und dann über ein Webinterface sich alles Weitere zusammenklickt. Über den App-Katalog kann man sich dann beispielsweise einfach eine eigene Webseite für Fotos installieren.

Die Installation war ziemlich einfach und schnell sieht man das Interface, welches (natürlich) mit Bootstrap zusammengeklebt wurde. Das Installieren der Services klappt in 99% der Fälle ganz wunderbar und ist dann auch im lokalen Netz erreichbar. Das eigentliche Problem war für mich nur die Freigabe für dieses Internet.

Anschluss nach Draußen

Port forwarding wird in der Anleitung natürlich erklärt, doch meckerte die Diagnosefunktion immer herum, dass keine Verbindung bestehen würde. Irgendwann erinnerte ich mich, dass in den Tech-Podcasts, die ich früher gehört habe, immer darüber gejammert wurde, dass IPV6 bei vielen Anbietern heute noch ein Problem ist. Meine Lösung war also IPV6 auf dem Raspberry abzuschalten (ich verlinke dazu keinen Guide, weil das eigentlich nicht die Lösung sein sollte). Danach konnte ich mir eine der angebotenen Domains von Yunohost im Interface klicken und sogar ein Let’s Encrypt Zertifikat dazuholen.

Alltag mit Yunohost

Mein Server lief ein halbes Jahr lang und ich nutzte unter anderem Nitter, RSS-Bridge, (zeitweise) Home-Assistant und Send. Updates funktionierten wunderbar und ich hatte nur bei ein bis zwei Apps das Problem, dass die Installation nicht ging.

Das Problem war allerdings häufig, dass gerade Chrome und scheinbar manche Firewalls die nohost.me Domains nicht so gerne mochten. Für mich kein Problem, aber manchmal wollte ich die Links ja auch an Freunde schicken.

Am Ende brach dann alles zusammen, weil das Zertifikat von Let’s Encrypt sich nicht erneuern wollte und ohne gültiges Zertifikat fährt man heute ja schlecht auf der Datenautobahn.

Was nutze ich jetzt?

Ich fragte heute auf Mastodon nach Leuten, die meine Wunschdienste selbst hosten und wurde auf Adminforge und die Dienste der Digitalcourage aufmerksam gemacht. Für mich ist allerdings klar, dass ich einfach nicht die Nerven habe, alleine meinen eigenen Server für komplexere Dinge als WordPress zu hosten.

Was könnte ich als Nächstes mit meinem Raspberry machen?


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