Die Corona Fomo

Wir haben es Ende März. Vor fast einer Woche sind die 9 Punkte der “Leitlinien zur Beschränkung sozialer Kontakte” beschlossen worden.

Seit ungefähr zwei Wochen sind die meisten Menschen in Deutschland und auf der Welt in Selbstisolation. Natürlich teilen sie ihren Alltag viel stärker im Internet und kommen dabei nicht nur mit ihren Mitbewohnern/Partnern/Familien in Kontakt, sondern scheinbar auch zu sich selbst.

Wir lesen von der Regeneration der Natur, Nachbarschaftshilfen werden gegründet und komplette Gesellschaftsumbrüche werden vorhergesagt.
Auch im privaten treffe ich auf Botschaften, die vielleicht früher in Meditationsgruppen zu finden waren. Die Welt verlangsamt sich. Lernt zu schätzen, was ihr habt. Endlich mal alle Bücher lesen. Sich bei Freunden melden. Familien finden wieder zusammen, da alle von Zuhause arbeiten.

Das hat natürlich seine schönen Seiten, wenn Menschen wieder zu sich finden, baut bei mir aber einen ungeheuren Druck auf.
“Sollte sich nicht auch etwas bei mir verändern? Halte ich zu sehr an dem Alten fest?”

Ich merke nicht, dass sich etwas wirklich Grundlegend verändert hat. Das wird verschiedene Gründe haben.

  • Ich habe einen strukturierten Alltag, mein Job hat sich einfach nach Hause verlagert und mein Team hat etwa einen Tag gebraucht um die neuen Umstände anzunehmen.
  • Ich wohne mitten in der Stadt. Es ist vielleicht leerer geworden und ich kann nicht mehr Essen gehen, doch sind das für mich keine wirklichen Einschränkungen.
  • Meine sozialen Kontakte sind täglich mit mir in Kontakt. Ich sehe sie natürlich jetzt etwas weniger, doch sie schwirren noch um mich. Wenn auch nur digital.
  • Selbst die Spieleabende im Highlander, die jetzt natürlich wegfallen, haben sich ins digitale Verlagert. Ich spiele jetzt sogar mehr Magic und Wizards versucht Einzelhändler und Onlinespiel zu verknüpfen.

Nichtsdestotrotz nagt es an mir. Es ist ein wenig so, als wäre die ganze Welt auf eine Klassenfahrt gefahren und ich selber bin Zuhause geblieben. Das mag alles ziemlich naiv klingen und eigentlich auch schockierend, da wir hier von der Einschränkung des öffentlichen Lebens und sogar Todesfällen reden.
Ich muss mir selber sagen, dass ich nichts verpassen kann. Ich bin selber gut wie ich bin und wenn irgendwann mal eine Erkenntnis kommt, dann zum richtigen Zeitpunkt.

Bei Fragen, Anmerkungen oder Kritik könnt ihr mich gerne bei Mastodon oder Twitter ansprechen.

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