Vom 27. bis 30. Dezember war der 30c3 in Hamburg im CCH. Ich kaufte mir eine Tageskarte und entdeckte die Räume und Sääle, die vollgepackt mit hackern und technikinteressierten Menschen waren.

Die ersten Anzeichen für die Anwesenheit des CCC war die Rakete „Fairydust“, die auf dem Platz vor dem Gebäude aufgebaut wurde. Bei Dunkelheit konnte man leuchtende und blinkende Gebilde an den Balkonen hängen sehen und ein Schriftzug zeige abwechselnd „30c3″ und „CCC“ am Fenster.

rakete

Früh am Morgen waren die Plätze der einzelnen Hackerspaces und anderen Arbeitsgruppen noch nicht stark besetzt und so setzen Fabian und ich uns an einen Tisch, nicht weit vom Sendezentrum der Sondersendung entfernt, dazu.

Ich schaute mir gleich darauf den Vortrag „We only have one earth“ von Drahflow an.

This talk is going to highlight why it would be a jolly good idea to take space expansion seriously.

Ein interessanter Vortrag, der die Sachlage einmal aus einem anderen Winkel betrachtet (Zitat: „Wir brauchen mehr Redundanz„)

Ich wollte mir aber natürlich auch die Leute und Dinge anschauen, die man nur auf dem Kongress finden kann und besuchte viele Winkel im CCH. Das Beeindruckendste war natürlich die Seidenstraße. Ein Rohrpostsystem aus Drainagerohren und Staubsaugern, welches sich durch das CCH schlängelte und Kommunikation über Flaschenpost ermöglichte (mehr Details findet man im Wiki).

Wer ein wenig Entspannung benötigte, konnte sich in die Lounge begeben, wo nicht nur ein Wasserwerfer und ein Gongkonzert  gab, sondern auch Sitz- und Liegemöglichkeiten.

chill

Ein weiterer, sehr empfehlenswerter Vortrag war dann [Die Bundesrepublik – das am meisten überwachte Land in Europa.

](http://youtu.be/4sxA91SRfrI?t=9m21s)

Seit Monaten hält uns die NS-Affäre in Atem. Immer neue Abhörmaßnahmen und geheimdienstliche Praktiken werden enthüllt. Ein gigantisches Ausmaß an Überwachung durch die Vereinigten Staaten von Amerika tut sich auf, weltweit. In Europa ist die Bundesrepublik Deutschland das am meisten überwachte Land.

Sehr augenöffnend und leider auch deprimierend. Ich hatte mich bis zu dem Tage nicht mit diesem historischen Thema beschäftigt und musste aufpassen, dass meine Kinnlade nicht andauernd auf den Boden fällt.

Zum Lachen war dann die Theatervorstellung „V wie Verfassungsschutz“ (Achtung in dem Stream ist ein Witz versteckt), vom Nö Theater.

Wenn der Verfassungsschutz eine Theatergruppe wäre, würde er dieses Stück mit Sicherheit aufführen, um festzustellen wer im Publikum sitzt. Nachdem das Nö-Theater Informationen recherchiert, gesammelt und ausgewertet hat übernimmt es diese Herausforderung stellvertretend und setzt dem Verfassungsschutz ein theatrales Denkmal – nach dem Motto: Wir kamen, sahen weg und versagten.

Vielleicht findet sich noch irgendwo eine Aufzeichnung, ich werde sie nicht suchen…

Und jetzt? Werde ich dieses Jahr wiederkommen?

Ich antworte mit „Vielleicht“, da ich die Themen zwar sehr interessant finde, die Leute mag, aber die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr einfach nicht immer verplanen möchte. Leute die Zeit haben, haben eigentlich keine Entschuldigung nicht zum Kongress zu fahren.