Früher war alles noch überschaubar. Da hatte man eine Steckdose in der Wand und dort kam Internet heraus.

Der große Reiz war damals für mich ICQ. Ich konnte mit Freunden Kurznachrichten austauschen ohne dafür Geld zu bezahlen. Später kam dann das Forum Lionsource.com für mich hinzu, welches leider schon seit fünf(!) Jahren offline gegangen ist. Hier konnte ich mich mit anderen Leuten über das Spiele-Studio Lionhead austauschen und habe über die Jahre die Community lieb gewonnen.

Zwischenzeitlich waren wir auf ISDN umgestiegen und ich war tagtäglich in ICQ und jetzt auch Teamspeak eingeloggt (welches irgendwann von Skype abgelöst wurde). Google war einfach eine Suchmaschine, web.de mein E-Mail Server, manche Freunde kauften schon im Internet ein (was ich immer irgendwie komisch fand) und ich spielte für mein Leben gerne am Computer… offline.

Das änderte sich 2004, als wir DSL bekamen. ich hatte mir Tage vorher schon Half-Life 2 (ja, ich war 14) gekauft und saß ungeduldig nach der Schule an meinem Computer um das Spiel endlich über Steam aktivieren zu können (punkt 15:00 Uhr ging es dann los). Mit DSL bekam ich außerdem die Chance online mit und gegen Freunde zu spielen. Ich musste feststellen, dass ich einfach nur schlecht in Ego-Shootern bin (hat sich bis heute nicht geändert), aber dass ich Adventure-Rollenspiele sehr mag. Das war die Stunde von World of Warcraft.

In WoW habe ich ein Jahr meiner Freizeit versenkt. Mehr kann ich eigentlich dazu nicht sagen, außer dass es bis zum ersten Add-On ein sehr schönes Spiel war und ich das klassische WoW wahrscheinlich immer noch gerne spielen würde. Doch es war mir irgendwann einfach zu dumm meine Zeit in ein Spiel zu verschwenden. Ich spielte nach WoW noch ein paar MMORPG wie Flyff, doch ich hatte schon im Sommer 2004 eine Webseite Namens deviantArt entdeckt, auf der man sich unter anderem Wallpaper für den Bildschirm laden konnte. Ganz besonders war ich von den Bildern von Peter Jaworowski (aka he1z) fasziniert und ich wollte wissen welches Programm er benutzt.

Ich besorgte mir also Adobe Illustrator und kam mit diesem Programm überhaupt nicht zurecht, denn es war mir einfach zu komplex. Tage später bekam ich Adobe Photoshop in die Finger, begann damit zu spielen, es zu entdecken und habe in den letzten sieben Jahren meine Fähigkeiten immer weiter ausgebaut (Illustrator, Photoshop und InDesign).

Dann kam 2007 die „Social-Media Revolution“ in Form von SchülerVZ auf mich zu… und ich ignorierte sie. Vorher war ich schon auf Myspace angemeldet, doch war ich da nie sonderlich aktiv und war nur wegen der Musik dort. Ich hatte von SchülerVZ gehört, hielt es für ein Forum und konnte mir nicht vorstellen, dass irgendetwas mein geliebtes Lionsource ersetzen könnte. Ich meldete mich dann aber irgendwann trotzdem an und lernte die Vorzüge von einem Sozialen Netzwerk kennen. Es war und ist für mich eine Art von einfacher Selbstpräsentation im Internet (ich war immer an der Erstellung einer Webseite gescheitert) mit Austauschmöglichkeit. Ich meldete mich 2008 auch bei Facebook an und hatte bis Anfang 2010 dort nur 3 Freunde. Es war wohl nicht so populär wie SchülerVZ.

Mit meinem brandneuen iPod Touch 1G hatte ich dann die Möglichkeit fast überall ins Internet zu gelangen und ein wenig im Internet zu surfen und zu Chatten. Das Gerät verbesserte sich mit jedem Update ein wenig und mit meinem ersten Podcast Bitsundso bekam ich dann auch die Existenz von Twitter mit.

Mein erster Tweet

 

Und wo stehen wir jetzt?

Ich bin durch meine Ausbildung vollkommen in dem Thema drin. Ich bin ständig mit meinen iPad Online, erstelle Content für das Netz und bin fasziniert von den ganzen Möglichkeiten die wir haben. Wir lokalisieren und über das Internet, wir tauschen uns übers Internet aus, wir kaufen im Internet, wir speichern unsere Daten „in der Wolke“, wir haben sogar politische Diskussionen wegen des Internets und keiner kann sich auch nur Ansatzweise vorstellen, wie unser Leben vor vier Jahren auch nur ansatzweise ausgesehen hat.

Vier Jahre!

Vor vier Jahren war es eine kleine Besonderheit E-Mails über das Telefon abzurufen.

Ich denke, dass die Zukunft nicht aus fliegenden Autos, oder intelligenten Robotern besteht. Auch ist Facebook nicht die Zukunft oder Twitter. Die Zukunft besteht aus dem Internet in wirklich jeder erdenklichen Situation und Form in wirklich jeder Lebenslage.